Schutzvertrag

Ein phantastischer Pferderoman

Der Schimmel Bosco wird gegen Schutzvertrag verkauft und verschwindet. Gleichzeitig taucht ein unheimliches schwarzes Pferd auf.
Wird es Siena gelingen, das weiße Pferde wiederzufinden und das Geheimnis des Rappen zu lüften?

Die Einnahmen aus diesem Roman kommen dem Verein Pferdeengel zugute.

Zum Inhalt:

Eigentlich möchte Siena nur nach einem anstrengenden Arbeitstag bei einem gemütlichen Ausritt mit ihrem Pferd entspannen. Doch im Stall gibt es Streit. Ihre Stallkollegin Ulli hat ihr in die Jahre gekommenes Turnierpferd gegen Schutzvertrag abgegeben. Sie ist überzeugt, das sie den perfekten Platz für das Tier gefunden hat und durch den Schutzvertrag abgesichert ist. Stallbetreiberin Conny ist der Ansicht, dass so ein Schutzvertrag das Papier nicht wert ist, auf dem er gedruckt wurde.
Siena flüchtet an ihren Lieblingsplatz an der Ache, um dort wenigstens in Ruhe entspannen zu können. Doch auch hier ist sie nicht alleine. Ein Mann füttert ein schwarzes Pferd nicht etwa mit Karotten, nein, mit einem toten Hirsch! Und als sich das Pferd Siena zuwendet, kann sie seine gefährlich langen, spitzen Zähne sehen.
Voller Entsetzen läuft Siena davon. Da kommt es ihr gerade recht, dass Ulli sie bittet, mit ihr zu Bosco zu fahren. Sie soll bezeugen, dass es dem Pferd gut geht. Doch als sie in dem Stall ankommen, in dem Bosco untergebracht ist, ist der Schimmel nirgends zu finden.

Zum Buch:

Ich schreibe über Themen, die mir am Herzen liegen, die mich berühren. Alte oder älter werdende Pferde sind ein großes Thema für mich und auch für viele andere ReiterInnen. Wer Turnierambitionen hat, steht oft vor dem Problem, sich kein zweites Pferd leisten zu können. Solange man ein fittest Pferd hat, ist alles schön und gut, doch was tun, wenn das Pferd mit achtzehn, neunzehn oder zwanzig Jahren wohl nicht mehr gesund genug ist, um im Turniersport zu gehen, aber ohne weiteres freitzeitmäßig geritten werden könnte?

Für mich selbst bei meinen Pferden war von Haus aus klar, dass sie bei mir bleiben und ich den Turniersport aufgebe.
Mehrfach habe ich jedoch gesehen, wie für ältere Pferde ein neuer Platz gesucht wurde und ja, ich habe erlebt dass das auch gut gegangen ist. Ich bin also nicht zwangsweise dagegen. Denn Pferde spüren auch sehr deutlich, wenn sie nicht mehr genügen und ihre Besitzer unzufrieden sind.
Aber ich kann nur dazu raten, sehr genau hinzuschauen, denn  leider musste ich auch genauso oft miterleben, wie die neuen Besitzer nicht gehalten haben, was sie versprochen haben und es den Pferden nicht gut ging. Teilweise wurden sie von ihren ursprünglichen Besitzern zurückgekauft, wenn diese die Möglichkeit dazu hatten. Doch oft waren die finanziellen Mittel dazu nicht vorhanden. Manchmal wurde der Amtstierarzt eingeschaltet, der leider auch nicht in allen Fällen helfen konnte. Manchmal verschwanden die Pferde spurlos und ihr Schicksal blieb im Dunkeln.
Es gibt auch immer wieder Betrüger, die billig Pferde einkaufen oder sich schenken lassen. Sie locken die ursprünglichen Besitzer mit Versprechungen und spielen ihnen eine heile (Stall-)welt vor. Wollen die ursprüngen Beistzer die Tiere jedoch besuchen, sind die Weiden leer und von den Käufern ist keine Spur mehr ausfindig zu machen. Manchmal gelingt es, solche Menschen zu überführen und das Schicksal der Pferde aufzuklären. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Pferde auf dem Schlachthof landen.

Mit diesem Buch habe ich mir meine selbst erlebten, von Freunden gehörten und angelesen Erlebnisse von der Seele geschrieben.

Warum ausgerechnet die Pferdeengel?

Ich habe 2025 Beiträge zu zwei Tierschutzanthologien geschrieben (du findest sie unter Tierschutzanthologien) und hatte sehr viel Freude an der Zusammenarbeit mit den anderen AutorInnen. Außerdem war es ein schönes Gefühl, mit meinen Texten etwas Gutes zu tun.

Deshalb wollte ich mehr davon und habe überlegt, welches Projekt ich mit meinem neuen Buch unterstützen könnte. Auf die Pferdeengel bin ich gestoßen, weil Mitautorinnen die oben erwähnten Anthologien für den Herbstbasar des Vereins zur Verfügung gestellt haben. Spontan habe ich zwei Exemplare von 'Equus Davina' an den Verein gesandt.

Gleichzeitig habe ich mich jedoch schlau gemacht, was der Verein tut. Ich war begeistert! Denn für mich war es immer ein Alptraum, aus einer finanziellen Notlage heraus, mein Pferd abgeben zu müssen. Und genau in solchen Situationen hilft der Verein.

Mitglieder des Vereins waren auch sofort dazu bereit, ein Interview mit mir zu machen. Du findest es hier:


Wo geht das Geld hin?

Mit den Einnahmen aus diesem Buchprojekt werden Pferdebesitzer in Not und ihre Tiere unterstützt. Besonders alte Pferde kosten nicht nur viel Zeit, sondern oft auch viel Geld. Vielleicht sind sie mit ihren Besitzern alt geworden und müssen nun mit einer kleinen Rente erhalten werden. Vielleicht hat die Besitzerin den Job verloren und kämpft nun darum, ihren Liebling zu behalten, bis sie einen neuen Job gefunden hat. 

Mit der ersten Spende aus den Buchverkäufen durfte ich Pferdeopi Archy unterstützen.
Ich hoffe, ich kann noch oft an den Verein Pferdeengel überweisen.

Leseprobe

»Hallo Siena«, ruft mir Michael, unser Pfleger zu. Ich winke ihm. Er fegt gerade die Reste des Heus von den Wegen. Bella wird schneller. Sie hat es eilig zu ihrem Futter zu kommen. 
Ich beeile mich mit dem Versorgen, um sie nicht zu lange von ihrer Lieblingsbeschäftigung abzuhalten. Sie macht sich nicht die Mühe ihre Freundinnen zu begrüßen, sondern läuft schnurstracks zur Heuraufe. 


Auf dem Weg zur Sattelkammer höre ich Stimmen. Unwillkürlich bleibe ich stehen und lausche. 
»Nein«, sagt Conny gerade. »Du musst dir einen anderen Platz suchen.« Ihre Stimme ist scharf. 
Ich muss sie nicht sehen, um genau zu wissen, wie sie in diesem Moment aussieht. Ihr drahtiger Körper ist angespannt, die Kiefer zusammengepresst. Sie ist groß, fast einen Kopf größer als ich und wenn sie die Brauen runzelt und ihre Augen zusammenkneift, dann sieht es so aus, als würde sie mit ihnen Blitze verschießen. 
»Aber du hast doch den Einstellplatz noch gar nicht vergeben.« Das klingt nach Ulli. Sie ist das Schönchen hier am Hof. Immer wie aus dem Ei gepellt. Ich weiß nicht, wie oft sie eine Haarkur macht und zum Frisör geht, damit die blonden Strähnen immer perfekt fallen. Und wie sie es schafft, sauber zu bleiben, verstehe ich sowieso nicht. Egal wie oft ich meine Sachen wasche, spätestens nach fünf Minuten bin ich wieder dreckig, wenn ich im Stall bin. 
»Ich muss ihn auch nicht vergeben. Es ist meine Sache, wie viele Pferde ich aufnehme.« In Connys Stimme klingt eine Schärfe mit, die ich immer in ihr höre, wenn es um das Wohl der Tiere geht. 
»Natürlich, da hast du recht. Aber ich würde halt gerne auch mein neues Pferd bei dir einstellen, weil die Tiere es bei dir wirklich gut haben.« In Ullis Stimme schwingt ein bittender Tonfall mit. 
»Das hättest du dir überlegen sollen, bevor du Bosco verkauft hast.« 
Oje, Conny muss richtig sauer sein. 
»Ich habe dafür gesorgt, dass es ihm wirklich gut geht. Er hat eine tolle neue Besitzerin, die keine Turnierambitionen hat. Sie möchte nur ein bisschen spazierenreiten und freut sich über ein ruhiges Verlasspferd.« 
»Ach ja? Und wie lange? Du kannst nicht wissen, was sie mit ihm macht.« 
»Ich habe sie einen Schutzvertrag unterschreiben lassen.« Ulli klingt wie ein trotziges Kind. 
»Den Schutzvertrag kannst du dir dorthin schieben, wo die Sonne nie scheint. Der ist das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde!« Conny ist mit jedem Wort lauter geworden. 
»So ein Schutzvertrag ist ein rechtliches Dokument!« Ulli klingt, als hätte sie die Worte extra auswendig gelernt. »Ich habe hineingeschrieben, dass sie ihn nicht weiterverkaufen darf. Wenn sie ihn nicht mehr behalten möchte, dann muss sie ihn mir zurück geben. Es steht auch drin, dass sie keine Turniere mit ihm gehen darf.« 
»Und wenn sich die Käuferin nicht daran hält? Was machst du dann? Ich bin lange genug in diesem Beruf, um so einiges mitzubekommen.« 
Ich schätze Conny auf Mitte Vierzig. Ich glaube sie hat seit ihrer Bereiterlehre immer mit Pferden gearbeitet – also ungefähr dreißig Jahre. 
»Du bist nicht die erste, die versucht, ihr Pferd abzusichern. Bei Hund und Katze ist es auch nicht anders. Alles schön und gut, wenn der neue Besitzer oder die neue Besitzerin mitmacht. Wenn nicht – schaust du durch die Finger.« 
»Im Internet steht …« 
»Vergiss es! Im Internet steht so einiges.« 
»Aber …« 
»Die Antwort ist endgültig nein! Schutzvertrag hin oder her. Ich habe keinen Platz für jemanden, der fast fünfzehn Jahr lang einen Pokal nach dem anderen mit seinem Pferd holt und es dann abschiebt, wenn es nicht mehr fit genug für das Turnierreiten ist.« 
»Ich habe ihn nicht abgeschoben …« 
»Wie würdest du das, was du gemacht hast, sonst nennen?« 
Die Stimmen der beiden werden immer aggressiver. 


Ich habe genug und gehe zu meinem Fahrrad. Dabei nehme ich den Weg um die kleine Bewegungshalle herum, damit mich weder Conny noch Ulli sehen können. 
Ich will nicht in diesen Streit hineingezogen werden. Obwohl ich ehrlich gesagt auf Connys Seite bin. Niemals würde ich Bella hergeben, nur weil ich gerne ein jüngeres, fitteres Pferd möchte. Sie bleibt bei mir, auch wenn ich sie nicht mehr reiten kann. Aber vielleicht sehe ich das anders, weil mir Turniere nie wichtig waren. 
Jetzt mag ich mich aber nicht mehr mit solch schweren Gedanken beschäftigen. Nach meinem anstrengenden Tag möchte ich einfach nur meine Ruhe. Ich trete kräftig in die Pedale, um schnell wegzukommen. Nach dem langen Tag im Auto, bin ich froh, dass mir der Fahrtwind um die Nase weht und ich mich körperlich betätigen kann. 
Ich schlage den Weg entlang der Ache ein. Der kleine Gebirgsfluss fließt am Dorf vorbei und mündet dann in die Salzach. Nach einem kleinen Wäldchen, dort wo sich das Tal weitet und den Blick auf die fernen Schneegipfel freigibt, fließt sie ein wenig ruhiger. 
An ihrem Ufer gibt es ein verstecktes Plätzchen, an das ich mich gerne zurückziehe, wenn ich absolut niemanden sehen will. Es beruhigt mich, dem vorbeiströmenden Wasser zuzusehen. Außerdem gibt es eine kleine Sandbank, die perfekt ist, um sich an heißen Tagen gemütlich hinzusetzen und die Füße vom vorbeiströmenden Wasser kühlen zu lassen. 
Als ich die Stelle erreiche, bremse ich, steige vom Fahrrad und will es gerade an einen Baum lehnen, als ich das Auto sehe. Es ist ein schwarzer Pickup mit Salzburger Kennzeichen. Irgendein Tourist, der sich auf den Güterweg verirrt hat? Ein Städter, der unsere Landeshauptstadt verlassen hat um Erholung im Gebirge zu suchen? 
Meine Laune sinkt weiter. Der Ausritt war nur ein kleiner Lichtblick an diesem ansonsten unerfreulichen Tag. Kann man nirgends seine Ruhe haben? Ich hoffe dieser dämliche Tourist hat sich nicht ausgerechnet meinen Lieblingsplatz ausgesucht, um seine Würstchen zu grillen – oder was Touristen sonst so machen. 
Soll ich einfach umdrehen und nach Hause fahren? Meine kleine Wohnung ist ganz gemütlich. Ich habe sogar einen winzigen Garten. Zwar sind die Blumenbeete ziemlich verwildert, weil ich zu wenig Zeit habe, um sie zu pflegen, aber um ehrlich zu sein, gefällt mir das sogar. Ich mag Natur und ich mag es, wenn sich die Natur zurückholt, was ihr der Mensch genommen hat. 
Schon greife ich nach dem Lenker meines Fahrrades, hieve es weg vom Baum und drehe es um. Aber vielleicht ist der Tourist in die andere Richtung gegangen. Es führt auch ein Weg in den Wald hinein. Ein Rundweg, der an seiner höchsten Stelle einen schönen Ausblick über das Tal bietet. 
Ich lehne das Fahrrad wieder an den Baum. Jetzt schaut es in die andere Richtung. Ich zögere wieder. Was wenn der Tourist doch zum Fluss gegangen ist? 
Dann drehe ich eben wieder um, aber ich muss es wissen. Ich muss sehen, ob mein Lieblingsplätzchen frei ist. Vorsichtig steige ich die grasbewachsene Böschung hinunter. Noch verbergen die Büsche das Plätzchen am Fluss vor meinen Augen. 
Ich erwische mich dabei, dass ich die Zähne zusammenbeiße. Himmel, bin ich angespannt. 
»Mach dich locker«, sage ich zu mir selbst und schiebe mein Kiefer ein paar Mal hin und her. Ist doch lächerlich, dass ich mich wegen eines Touristen so aufrege. Schließlich ist es nicht so, dass der Platz mir alleine gehört. 
Trotzdem fühlt es sich so an, als würde jemand in mein Reich eindringen. 
Aber wahrscheinlich rege ich mich vollkommen umsonst auf. Warum sollte ein Tourist ausgerechnet dieses versteckte Plätzchen aufstöbern? Bestimmt finde ich alles vor wie immer, wenn ich um die Büsche herumgegangen bin. Ich mache ein paar schnellere Schritte, weil ich die Anspannung nicht mehr aushalte – und erstarre. 


Mein Uferplatz ist noch rund fünfundzwanzig Meter entfernt. Von dieser Stelle aus kann ich ihn gut sehen. Ich sehe die Brombeersträucher, von denen ich schon so oft süße Früchte genascht habe. Ich sehe den angeschwemmten Kies, den der Fluss zu glatten, runden Steinen geschliffen hat. Ich sehe den Sand, in den ich so gerne meine Zehen grabe. Und ich sehe den Mann am Ufer. 
Er hat eine schlanke, athletische Figur, dunkles Haar, das an den Seiten kurz und oben am Kopf länger ist. Er trägt ein schwarzes Hemd und dunkle Jeans. Sein Gesicht kann ich nicht sehen, denn sein Blick ist auf den Fluss gerichtet. Ich weiß nicht, wer dieser Mann ist, ein Tourist ist er jedoch mit Sicherheit nicht!

Kein Tourist würde einen toten Hirsch über seiner Schulter tragen! Der Kopf des Tieres baumelt haltlos hin und her. Das Geweih schleift mit den Spitzen am Boden. Aus der Schnauze tropft Blut.

Der Mann trägt den Hirsch mit einer Lässigkeit, die den schlanken Körper Lügen straft. Er legt ihn vorsichtig, beinahe liebevoll auf der Sandbank ab.

Was soll das? Was hat er vor? Den Hirsch hier zerlegen?

Scheint nicht so. Er hat kein Messer in der Hand. Außerdem richtet er sich jetzt wieder auf. Sein Blick ist auf den Fluss gerichtet.

Unwillkürlich mache ich einen Schritt zurück, als das Wasser in Bewegung gerät. Ein Strudel entsteht. Etwas Dunkles erhebt sich aus den Fluten. Was ist das? Es sieht aus wie ein Pferd! Ein großes, kräftiges, schwarzes Pferd. Das Fell glänzt, als wäre es eingeölt. Die Mähne klebt in langen, dicken Strähnen am gewölbten Hals. Der schön geformte Kopf ist leicht nach vorne gereckt.

Es wird plötzlich kühler, als die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und die Schatten der Berge über den Fluss fallen,. Das Licht verändert sich und die eben noch unauffälligen Augen des Pferdes leuchten mit einem Mal in unheilvollem Gelb.

Mir stockt der Atem. Ich will weg, doch ich kann mich nicht rühren. Entsetzen lähmt mich. Dieses Entsetzen wird noch größer, als das Geschöpf sein Maul öffnet und lange, spitze Zähne sichtbar werden, die es gierig in den Hirsch versenkt.

Ich mache noch einen Schritt zurück. Es knackt. Verdammt! Ich bin auf einen Ast getreten!

Was sagen die Leser?

AutorInnen lieben ihre Bücher, sie sind sozusagen ihre Buchbabys. Umso spannender ist es, dann jedes Mal, wenn die ersten Rückmeldungen kommen.
'Anders', hieß es in den Emails und 'spannend'.
' Eine fesselnde Geschichte für Leserinnen und Leser, die Spannung, Emotionen und eine Prise Übernatürliches mögen', war in einer Rezension zu lesen.
Neugierig geworden?